Die Pfarrkirche St. Alban in Gabsheim
Georg Helwichs Beschreibung vom Jahr 1612

Eine erste Beschreibung der Gabsheimer Kirche verdanken wir dem Vikar von St. Alban und Mainzer Domvikar Georg Helwich (1588-1632), der im Jahre 1612 in Gabsheim weilte und in seiner handschriftlichen Sammlung "Syntagma monumentorum et epitaphiorum" - (Handschrift Hs. 225 in der Martinusbibliothek Mainz) - auf vier Seiten Einiges über die Gabsheimer Kirche berichtet. Helwig war historisch, archivalisch und heraldisch sehr interessiert und für seine "Syntagma" ist er im ganzen Erzbistum Mainz und darüber hinaus herumgereist und hat dazu alte Grabdenkmäler und Grabinschriften aufgenommen, die er dann in seiner Sammlung darstellt. Für Gabsheim berichtet er (in lateinischer Sprache) besonders über die Kirche, die Altäre und die an der Kirche angebrachten Epitaphien mit ihren Wappen. Am Ende finden sich zwei Notizen in deutscher Sprache, eine über die untergegangene Siedlung Nordelsheim (Helwich schreibt Norgelßheim) und über ein auch andernorts bezeugtes katastrophales Unwetter vom Jahr 1535.
Georg Helwich Syntagma ...


Der die Gabsheimer Kirche betreffende Text Helwichs lautet in deutscher Übersetzung so:

Gabsheim im Jahre des Herrn 1612, den 22. Oktober. Folgendes habe ich in Gabsheim auf dem Gau, wo ich bei der Weinlese war, in der dortigen katholischen Kirche – die Freiherrn von Dalberg sind dort die Ortsherrn – mir aufgeschrieben.

In der Kirche sind 4 Altäre: der erste ist dem hl. Albanus geweiht – der zweite der Mutter Gottes – der dritte den Apostelfürsten Petrus und Paulus – der vierte dem hl. Erzengel Michael.

An dem Hochaltar befindet sich folgende Inschrift: Dieses Gemälde wurde im Jahre 1436 auf Mariae Verkündigung vollendet durch die Hand des Bruders Nicolaus Sublin aus dem Orden der allerseligsten Jungfrau vom Berge Carmel.

Diese Kirche ist restauriert und gewölbt worden ungefähr um das Jahr 1518.

An der Außenseite der Kirche befinden sich alte Grabdenkmäler jener Familie, die wohl als die ehemaligen Gründer dieses Gotteshauses anzusehen sind. Diese Grabmäler waren vor der Restaurierung innerhalb der Kirche angebracht und sind dann außerhalb in die Mauer eingesetzt worden. Die Figuren sind in militärischer Ausrüstung dargestellt mit Helm und Panzer nach damaliger Sitte; folgende, fast nicht mehr lesbare Inschriften finden sich auf den Grabsteinen ... (Text und Beschreibung der Grabsteine s. den Menüpunkt Grabsteine).


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© Rudolf Post, Februar 2010

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